Wann/ Wie oft Chili gießen?

Nun, es hängt davon ab, wie groß deine Pflanzen sind, wo sie stehen, bzw. worin sie gepflanzt sind. Grundsätzlich kann man sagen, dass Chilies in großen Töpfen seltener gegossen werden müssen (dafür etwas mehr Wasser je Gießvorgang). 


Alle 1-2 Tage gießen.

Erde nur leicht feucht halten.

Wasser von unten aufsaugen lassen um Schimmel an der Oberfläche zu vermeiden.


Samen solltest du feucht halten

Keimtest im Eiswürfelbehälter

Keimtest im Eiswürfelbehälter

Samen zum Keimen zu bringen geht auf zwei Arten besonders gut.

Zum einen kannst du ein Stück Küchenpapier anfeuchten, es auf einen Teller legen, die Samen darauf und Klarsichtfolie darüber. Wenige Löcher in der Folie sorgen für einen geringen Luftaustausch und tragen dazu bei, dass das Küchenpapier konstant feucht bleibt, und die Samen nicht trocken liegen. Ca, alle 2 Tage etwas nachfeuchten. Ich mache es gerne in Eiswürfelbehälter, so kann ich einzelne Sorten voneinander separieren.

Besonders Capsicum Annuum kannst du besonders gut direkt in feuchter Erde aufziehen, da diese schnell keimen.

 


Keimlinge täglich überwachen

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Chili Keimlinge in ihren Jiffy Töpfchen

Keimlinge stehen meist in kleinen Erdballen/Substratballen oder Töpfen mit wenig Volumen. Bei kleinen Töpfchen musst du besonders gut aufpassen, dass diese nicht austrocknen. In diesem Stadium hast du sie am besten in einem Mini-Gewächshaus (*LINK*).

 

Dazu am besten Anzuchterde oder ein nährstoffarmes Substrat verwenden. Die Chilis bilden bei nährstoffreicher Erde schneller Wurzeln um an Nährstoffe zu kommen. Wachsen stabiler und können somit später auch mehr Nährstoffe aufnehmen bzw. schneller und größer wachsen.

 


Pflanzen jede 1-2 Tage gießen

Pflänzchen im Tontopf

Pflänzchen im Tontopf

Haben die Pflanzen erst einmal ihre ersten Blattpaare und sind pikiert (umgetopft und separiert), solltest du mindestens alle zwei Tage gießen. Vergisst du es mal, ist es auch nicht so schlimmt. In diesem Stadium sollten sie einen trockenen Tag gut überstehen können. Stehen deine Pflanzen an einem sehr warmen und sonnigen Ort (>25°C), musst du ggf. doch täglich zur Gießkanne greifen.

 

 

 


Chili vertrocknet / Lässt Blätter hängen

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Lässt die Pflanze ihre Blätter hängen, ist das ein erstes Zeichen für Wassermangel. Das schadet der Pflanze nicht sehr, jedoch solltest du ihr Wasser geben, wenn sie so aussieht, wie links im Bild. Sollte die Pflanze ihre Blätter trotz gießen und feuchter Erde hängen lassen, dann kann das folgende Ursachen haben:

  • Sie wurde gerade umgetopft
  • Sie hat zu viel Wasser bekommen / Staunässe
  • Die Pflanze steht zu sonnig (das passiert meist nur bei jungen Pflanzen, die direkte Sonneneinstrahlung noch nicht lange ausgesetzt sind)
  • Schädlingsbefall (Sofort Wurzelballen von Erde befreien und neue Erde in den ausgewaschenen Topf)

 

 

 

Gelbe Blätter auf Grund von kalkhaltigem Wasser

Chilis haben gelbe Blätter – 5 schnelle Lösungen

Hallo zusammen,

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heute habe ich bei meiner diesjährigen Chilizucht einen ersten Schrecken bekommen. Einige Pflanzen haben gelbe Blätter bekommen, andere sahen noch genauso saftig und grün aus, wie ich es erwartet habe. Die Gründe, weshalb die Blätter gelb werden sind vielseitig und genauso sind es die Behandlungsmethoden.

Schritt 1 meiner Ursachenforschung war, herauszufinden was ich anders gemacht habe bzw. wie sich die Umstände in den letzten 3 Tagen verändert haben.

Es war Wochenende und ich war die drei Tage unterwegs. Dementsprechend habe ich die Chilis ausgiebig gegossen. Gleichzeitig habe ich die Wohnung aufgrund der noch stark schwankenden Temperaturen unbelüftet gelassen. Bereits am Sonntag während der Heimfahrt habe ich befürchtet, dass die Pflanzen darunter leiden könnten. Als frischgebackener Chili-Papa macht man sich doch schnell zu viel sorgen. Jedoch habe ich nicht mit gelben Blättern, sondern mit schimmliger Erde gerechnet. Glücklicherweise war das nicht der Fall. Wieso also die gelben Blätter?

Ein paar Pflanzen hatte ich vergangenen Freitag frisch umgetopft. Diesen ging es jedoch gut bzw. nur eine davon hatte gelbe Blattspitzen. Also weitersuchen.

Duch eine Recherche im Internet bin ich schnell auf zwei potentielle Ursachen gestoßen:

  • Nährstoffmangel
  • Kalkhaltiges Wasser
  • Erde zu nass
  • Zu viel Sonne
  • Schädlingsbefall

Punkt 1 konnte ich schnell ausschließen, da die Pflänzchen in ziemlich frischer und qualitativ hochwertiger Tomaten-Erde (*LINK*) gepflanzt wurden.

Punkt 2 kam mir realistisch vor. Bereits vor 2 Jahren hatte ich bereits Problem mit stark kalkhaltigem Wasser. Das hat sich damals jedoch durch Kalkablagerungen in Wasserkocher, Dusche und Kaffeemaschine gezeigt. Mittlerweile vermeidet ein vorgeschalteter Entkalker eine zu starke Belastung. Es hat sich tatsächlich herausgestellt, dass dieser keine Salztabletten mehr hatte und dementsprechend die Arbeit verweigerte. Das kalkhaltige Wasser war somit ganz oben auf meiner Liste der Übeltäter.

Ich habe mir einen Entkalker (*LINK*) zugelegt und die Chilis nochmal ausgiebig gegossen. Das Resultat war bereits zwei Tage später sichtbar. Die Chilis haben sich erholt und die gelben Stellen sind langsam verschwunden.

Am besten gießt ihr eure Chili Pflanzen mit Regenwasser, dann kann euch das nicht passieren. Da ich erst letzte Woche das Ventil meiner Regentonne abgebrochen habe, musste ich auf Leitungswasser ausweichen.

Ist eurer Problem damit nicht behoben, versucht es mit eisen- und stickstoffreichem Dünger, vermeidet Staunässe (Töpfe mit Ablauf, weniger gießen oder Blähtonkügelchen in die Erde) und stellt die Pflanzen in den Halbschatten (Dadurch wachsen Sie etwas langsamer, sind jedoch vor zu starker Sonneneinstrahlung erst einmal geschützt). Auch wenn ihr augenscheinlich nichts erkennt, untersucht die Pflanze gründlich auf Schädlinge. Vergesst auch nicht einen Blick in die Erde bzw. auf die Wurzeln zu werfen!

Freistehende Jungpflanzen Platzplan

Pflanzplan

Pflanzplan - Vom Keimling bis zur großen Pflanze

Chilis eignen sich hervorragend um sie im Blumentopf oder Pflanzenkübel anzubauen. Jedoch variiert der Platzbedarf nach Wachstumsphase sehr stark. Das muss geplant werden!

Ein guter Start:

Für Beginner, die das Hobby Chili Anbau ernst nehmen, empfehle ich die Aufzucht in Jiffy Torfquelltöpfen. Diese nehmen anfangs sehr wenig Platz weg und können später flexibel verteilt werden.

1 Keimling

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Der Platzbedarf für ein Torfquelltöpfen beträgt etwa 5cm x 5cm und ist somit sehr sparsam. Der einfachheitshalber empfehle ich einen Samen pro Töpfchen zu verwenden. Um das geeignete Wachtumsklima zu erzeugen, ab damit in ein Mini-Gewächshaus. Hier haben beispielsweise 15 Pflänzchen Platz. Gehen wir von Kolleteralschäden aus und davon, dass nur 10 bis zur Ernte überleben, ist das immernoch ein guter Ertrag.

 


 

15 Keimlinge in Jiffy Torfquelltöpfchen in einem Mini-Gewächshaus

Gut gefülltes Gewächshäuschen

15 Jiffy Töpfchen im Mini-Gewächshaus Plan

Gut gefülltes Gewächshäuschen

 

Sobald die Keimlinge groß genug sind entweder die Wurzeln aus dem Vlies der Jiffy-Töpfchen kämpfen oder die Pflänzchen an die Treibhausdecke stoßen und gegenseitig um das Licht streiten, sollten sie umgetopft bzw. pikiert werden. Kleine 0,5 Liter Blumentöpfe oder größere Jughurtbecher eignen sich nun gut. Die Pflanzen sollten nun nicht mehr dicht an dich stehen, sondern einen gewissen Abstand zueinander haben, damit die Sonne jedes Blatt erreichen kann.

 


 

15 Jungpflanzen in 0,5 Liter Töpfen

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Freistehende Jungpflanzen Platzplan

 


 

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Topfgröße

Pauschal kann man sagen: Je größer der Topf, desto größer wird die Chilipflanze.

Viele Chilipflanzen werden in der Natur gut und gerne bis zu 2m groß und größer. Im heimischen Gewächshaus erreichen sie nur selten eine solche Höhe. Oft liegt es jedoch nicht an falschen klimatischen Bedingungen, zu wenig Wasser oder zu wenig Licht. Meist steht einfach nicht genügend Platz für die Wurzeln der Pflanze zur Verfügung.

Da Faktoren wie Licht, Temperatur, Wasser und Nährstoffe eine große Rolle beim Wachstum der Pflanzen spielen, ist es schwer, dieses VErhalten objektiv nachzuvollziehen.

  1. Keimlinge vorerst in Jiffy-Töpfchen belassen
  2. Kleine Pflanzen ab 5-8cm in kleine Töpfchen mit 10cm Durchmesser umtopfen
  3. Ab einer Höhe von 20cm in einen größeren Topf umsetzen. Durchmesser ca. 20cm
  4. Vor allem Capsicum Annuum wachsen hoch und schnell. Diese benötigen bald einen Topf mit Fassungsvermnögen 10L und mehr. Kleinere Sorten wie Habaneros aus den Gattungen Capsicum Chinese oder Capsicum Baccatum benötigen weniger Platz und ein Top von 8-10 Liter ist für die ausgewachsene Pflanze meist ausreichend.

 

Um dies zu testen werde ich bei meiner Chili Zucht 2016 wie folgt vorgehen:

  • Alle Samen werden gleichzeitig eingepflanz
  • Bis nach dem Pikieren bekommen alle Keimlinge exakt gleich viel Wasser
  • Um sicherzustellen dass alle gleichmäßig Sonne erhalten, stehen alle in einer Reihe nebeneinander vor einem großen Fenster.
  • Während die Pflanzen wachsen, werde ich nicht alle in größere Töpfe pflanzen, sondern jeweils ein paar Pflanzen in ihren kleineren Töpfen belassen.

Auswertung:

Sobald einige Chilis an den Pflanzen hängen, werden ich die Pflanzen aus den verschiedenen Töpfen vergleichen und festhalten, wie sich das Topfvolumen  auf den Ertrag (Anzahl der Chilis) und auf die Höhe und Breite der Pflanze auswirkt.

Bewertungskriterien:

  • Ertrag (Anzahl der Schoten)
  • Höhe (in cm)
  • Breite bzw. Durchmesser (in cm)
  • Aussehen der Pflanze (Stabilität, Farbe, ...)

Ein Update und erste Bilder folgen nächsten Monat  (Juni 2016)

schimmlige-erde

Erde Schimmelt. Was tun?

Schimmlige Erde ist der größte Feind von Jungpflanzen. Oft kommt der Schimmel über Nacht und macht sich durch eine weiße Schicht auf der Erde bemerkbar. Schnelles Handeln ist pflicht, denn Schimmel ist nicht nur unschön, sondern kann sich schnell ausbreiten und die gesamte Ernte zerstören. Auch ist Schimmelbefall bei Zimmerpflanzen auch für die Gesundheit der Menschen bedenklich.

Grundsätzlich gilt: Erde austauschen!


Problem: Feuchtigkeit

Besonders oft tritt Schimmelbefall bei Zimmerpflanzen auf. Meist liegt es daran, dass die Topfpflanzen zu viel gegossen werden oder diese über keinen Wasserablauf verfügen.
Lösung:

  • Weniger gießen.
  • Lass die Erde gerne etwas trocken werden. Auch wenn die Pflanzen erst wenige Centimeter groß sind, wird es sie nicht umbringen. Spätestens wenn sie die Blätter hängen lassen solltest du zum Wasser greifen.
  • Sorge zudem für eine durchlässige Erde indem du diese auflockerst und ggf. etwas Blähton oder Sand hinzugibst.
  • Der Topf sollte über einen Ablauf verfügen. Achte auch darauf, dass dieser nicht verstopft ist. Dazu eignet es sich, diesen mit einer Tonscherbe abzudecken.
  • Halte die Luftfeuchtigkeit unter 50%.

*Link*

Um die Luftfeuchtigkeit zu regulieren eignet sich ein Thermometer + Hygrometer. Besonders interessant wird ein solches Messgerät in den jungen Phasen der Aufzucht. Dann, wenn ein konstantes Klima (Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit) herrschen sollte. Stellst du dieses Gerät in dein Gewächshaus oder nahe zu deinen Pflanzen kannst du zumindest nachvollziehen, woran es mangelt.

 

 

Thermohygrometer


Problem: Minderwertige Erde

Qualitativ minderwertige Erde aus dem Baumarkt kann von Grund auf durch Schimmelbefall belastet sein. Auch die Lagerung deiner Erde sollte in den Original Gebinden erfolgen. Diese Plastiktüten sind am oberen und unteren Ende leicht perforiert, und sind somit luftdurchlässig. Ich habe oft gesehen, dass Erde in großen Plastikboxen gelagert wird, da diese handlicher sind. Wenn man so etwas macht, sollte man diese innerhalb weniger Tage verbrauchen oder dafür sorgen, dass die Boxen Lüftungsschlitze haben.
Lösung:

  1. Nehme die Pflanze aus dem Blumentopf
  2. Reinige den Blumentopf gründlich mit heißen Wasser und einer groben Bürste. Der Topf muss unbedingt frei von Schimmelspuren sein.
  3. Entferne so viel Erde wie möglich vom Wurzelballen der Pflanze
  4. Fülle den gereinigten Topf mit frischer und qualitativ hochwertiger Erde (*Tomatenerde*) auf und setze die Pflanze hinein. Achte darauf nicht allzu viel Wurzeln zu beschädigen.

Problem: Leichter Schimmel an der Oberfläche

Grundsätzlich ist immer dazu zu raten, die gesamte Erde auszutauschen. Geringem Schimmelbefall ist jedoch oft mit drei einfachen Tricks Herr zu werden.

Lösung:

  1. Oberste Erdschicht abtragen
  2. Erde mit Sand bestreuen
  3. Weniger gießen

Auch sollte Pflanzenreste auf der Erdoberfläche immer entfernt werden. Hältst du all diese Tipps ein, solltest du kein Problem mit Schimmelbefall deiner Pflanzen haben!

anzuchtset

Anzuchtset

Zum Aufziehen von Chili Pflanzen gibt es vielfältige Hilfsmittel. Für mich haben sich Jiffy Töpfchen und Mini Gewächshäuser bewährt. Bei den Jiffy Töpfen sollte man nicht sparen. Es kommt öfters vor, dass Samen nicht keimen. Dementsprechend würde ich lieber zu viel als zu wenig Töpfen pflanzen. Um die anspurchsvollen Erwartungen von Chilipflanzen zu erfüllen (Wärme und Licht) eignen sich kleine Gewächshäuser gut. Die direkte Aussaat in die Natur kann dazu führen, dass die Sonne den kleinen Pflänzen zu sehr zusetzt oder dass niedrige Temperaturen das Wachstum behindern. Ein Gewächshaus verhinder beides und durch die Lüftungsschlitze ist bei konstanter Luftfeuchtigkeit auch ein geregelter Luftaustausch gesichert.

 

Pro Jiffy Töpfen sähe ich meist 2-3 Samen.Sollte ich nach 1-3 Wochen sehen, dass sich mehr als eine Pflanze in einem Jiffy Töppfchen entwickelt, entferne ich die überschüssigen. Gerne kannst du jedoch versuchen diese zu piekieren und einzeln einzupflanzen. Wenn ich wenig Samen gestreut habe bzw. nur eine begrenzte Anzahl an Samen zur Verfügung habe, gehe ich auch so vor. Beim Pflanzen von unterschiedlichen Sorten rate ich unbedingt akribisch festzuhalten was wo wächst. Selbst wenn es einwandfrei erkennbar ist, kann es in Zeiten des Wachstums oder der Blüte zu Verwirrung kommen. Gehe auf Nummer sicher und beschrifte deine Pflanzen!

100 Jiffy Töpfchen

Gewächshaus mit zwei Lüftungsschieberegler

100 Pflanzenetiketten

Chili Samen

chili samen
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Chili-Erde

chili-erde

Bei der Wahl der richtigen Chili-Erde muss grundsätzlich zwischen der Anzuchterde und der Erde nach dem Pikieren unterschieden werden. Als Anzuchterde eignet sich eine nährstoffarme Erde. Nach dem Pikieren, wenn die Pflanze ihre Blätter entwickelt und schnell wächst, benötigt sie Nährstoffe und dementsprechend eine fruchtbarere Erde.

Als Anzuchterde würde ich eine torfhaltige nährstoffarme Erde empfehlen. Jiffy Torfquelltöpfchen eignen sich hierfür gut (*Link*). Diese Töpfen quellen nach der Zugabe von Wasser auf und bieten den Keimlingen ausreichend Schutz. Ein Video zu den Jiffy Töpfchen findest du hier.  Sobald die Keimlinge ihre Köpfen aus dem Substrat stecken und die ersten zwei Blattpaare sichtbar sind, kann pikiert werden. D.h. die Sätzlinge voneinander trennen und aussetzen. Nun müssen die Pflanzen wachsen und benötigen ausreichend Nährstoffe. Diese bekommen sie durch beispielsweise Tomatenerde (*Link*). In günstiger Erde aus dem Baumarkt wächst Chili auch. Allerdings kann dadurch der Ertrag variieren oder der Pflegeaufwand steigen. Gerne mag die Chili einen heterogenen Boden, der nicht allzu fest bzw. zu fein ist. Die kann beispielsweise durch den  Zusatz von Blähton erreicht werden. Erde aus dem Baumarkt kann (eher in seltenen Fällen) Schädlingsbefall aufweisen. Ist es dir schon einmal aufgefallen wie unglaublich Schwer die Säcke sind? Das liegt hauptsächlich am Wassergehalt. Feuchte Erde ist ein guter Nährboden für Schädlinge und besonders bei der falschen Lagerung (zu warm oder bei beschädigten Säcken) kann es zu Befall kommen. Im Optimalfall beträgt der pH-Wert des Substrats bei circa 6,5.

 

Junge Chilipflanze mit Erde

Junge Chilipflanze mit Erde

Nach dem Umtopfen haben die Pflanzen meist genug Nährstoffe. Erst nach einiger Zeit ist eine Düngung sinnvoll. Dazu einfach Tomatendünger nutzen (*Link*)

von-a-bis-z

Chili Zucht von A bis Z

Ich habe schon immer gerne scharf gegessen. Die Schärfe des Capsaicin macht mir weitaus weniger aus, als Senfölglycoside (Meerrettich) oder Gingerol (Ingwer, engl. Ginger). Auch finde ich, dass Chili korrekt dosiert, nicht nur scharf ist, sondern auch richtig lecker schmeckt! Nun... Deutsche Supermärkte haben mir nicht genug Auswahl, von daher habe ich mich entschieden, selber Chilis anzubauen.

Mein Ziel:

Die Ernte wird vermutlich einige hundert Früchte betragen. Diese möchte ich...

  • trocknen
  • einfrieren
  • zu einer scharfen Soße verarbeiten und haltbar in Fläschchen abfüllen
  • zu einem feinen Pulver verarbeiten
  • für die nächstjährige Zucht verwenden

 

Wie ich zu meinen ersten Samen kam

Ich war dieses Jahr in den USA, Bekannte besuchen. Dort habe ich massenweise Chilis bestaunen dürfen. Sie leben im besonders warmen Bundesstaat Alabama. Dort beträgt das mittler Temperaturmaximum im Juli/August bis zu 32 °C. In Deutschland sind es in warmen Jahren gerade einmal 22°C.

Chili Anbaufläche in Alabama

Chili Anbaufläche in Alabama

Chilis benötigen besonders viel Sonne und eine hohe Temperaturen. Kein Wunden, dass dort so viele prächtige Pflanzen zu finden waren. Die Sorte, die dort am besten wuchs nennen sich „Thai Hot“. Ich habe etwa 20 getrocknete Chilis mit nach Deutschland genommen mit dem Ziel, endlich selbst zu anzupflanzen. Hier findest du Samen (*Link*). Am liebsten Pflanze ich Chilies aus den Samen getrockneter Schoten. So habe ich direkt einen Eindruck davon, wie die Ernte später aussehen wird. Beste Taktik um an exotische Pflanzen zu kommen: Freunde und Bekannte fragen, die kurz vor einem Trip in ein südliches Land sind. Getrocknete Chilis mitbringen (eine Hand voll reicht). Am besten erfragen diese noch den Namen der Sorte.

Chili Mitbringsel aus den USA

Getrocknete Chilis "Tai Hot". Mitbringsel aus den USA


Vorbereitung - Den richtigen Standort zum Chili anpflanzen finden

Zuerst einmal bin ich auf die Suche nach einem geeigneten Standort gegangen. Ich wohne in Süddeutschland, habe ein sehr helle Wohnung unterm Dach und glücklicherweise einen großen Balkon (ca. 3x6m). Der hellste Platz in der Wohnung war der Ort, wo der Esstisch steht. Nun denn… Ein paar Chili-Pflänzchen können ja nicht so viel Platz wegnehmen. Dachte ich. Also habe ich die Hälfte des Tisches für die Chili Anzucht reserviert. Sobald die Pflanzen groß genug sind, kann ich sie auf den Balkon stellen.

Also los geht’s…

 

Keimtest

Bevor ich mir die Mühe mach und mir das nötige Equipment zulege, habe ich erst einmal einen Keimtest gemacht. Ziel ist, die Samen ankeimen zu lassen um deren Potenz zu sehen bzw. ob sie überhaupt keimen. Dazu habe ich eine Eiswürfelform genommen und jedes Viereck zweifach mit einem kleinen Stück Küchenrolle ausgelegt. Danach in jedes Viereck ein paar Tropfen Wasser gegeben, sodass das Papier schön feucht ist. Pro Viereck habe ich 2-3 Samen gegeben und den Behälter mit Frischhaltefolie überspannt. So verfliegt die Feuchtigkeit nicht zu schnell und die Samen bleiben konstant feucht. In die Frischhaltefolie habe ich noch 4 Löcher gepikst, damit übermäßige Feuchtigkeit entweichen kann. In den nächsten Tagen regelmäßig die Feuchtigkeit überprüfen und ggf. Wässern. Nach ein paar Tagen (ca. 10-12 Tage) konnte ich erkennen, dass ca. 80-90% der Samen „aufgegangen“ sind und anfangen zu keimen. Ein super Ergebnis! Nun kann es losgehen. Das nötige Equipment bestelle ich mir meist im Internet. Nur Erde hole ich immer direkt im Pflanzenfachmarkt.

Keimtest im Eiswürfelbehälter

Keimtest im Eiswürfelbehälter. Vorsicht: Auch hier droht Schimmel, wenn nicht ausreichend belüftet ist.

Je nach Chilesorte kann das bis zu einem Monat dauern.

Jetzt muss es schnell gehen, da ich nicht wollte, dass die Samen zu sehr in das Küchenpapier einwachsen. Würden sich die Wurzeln zu stark entwickeln und ich diese beim Einpflanzen verletzen, könnte das die Pflanze beschädigen.

 

Samen in Jiffy Quelltöpfen einpflanzen

Die gekeimten Samen habe ich in Jiffy Töpfen eingepflanzt (*Link*). Dies muss man nicht, man kann auch dem Keimtest überspringen und die Samen direkt einpflanzen. Diese Jiffy Torfquelltöpfe eignen sich für diese Vorgehensweise super, so sind zumindest meine Erfahrungen. Die Quelltöpfe tragen diesen Namen, da sie aufquellen. Im Rohzustand sind sie lediglich kleine Erdtabletten.

Hier ist das feine Vlies der Substrat Tabletten erkennbar

Hier ist das feine Vlies der Substrat Tabletten erkennbar

Jiffy Tabletten im Ursprungszustand

Jiffy Tabletten im Ursprungszustand

Legt man diese in warmes Wasser ein, wachsen sie innerhalb weniger Minuten um ein vielfaches. Das Substrat (die Erde) ist stark torfhaltig, was die Anzucht begünstigt. Die so gewonnenen Erdballen werden durch ein feines Flies zusammengehalten. Die Jiffy Töpfchen haben oben eine kleine Öffnung, welche sich gut dazu eignet, die Samen dort einzusetzen.

 

Also, Samen rein und ab mit den Töpfchen an einen feuchten und warmen Ort.

Dazu habe ich mir zwei kleine Gewächshäuser besorgt (*Link*). Mit Luftschlitzen um die Luftfeuchtigkeit zu regulieren. 3x5 Pflänzchen finden in einem Gewächshaus Platz. Die zwei Gewächshäuser nehmen nicht zu viel Platz weg und sehen auch hübsch aus auf dem Tisch. Die oberen Lufteinlässe halte ich die ersten zwei Wochen geschlossen, sodass die Pflanzen ein konstant feuchtes Klima haben. In dieser Phase ist Schimmel der größte Feind. Ein bis zwei Mal am Tag hebe ich den Deckel, sodass frische Luft reinkommt. So kann die Feuchtigkeit gut reguliert werden.

Schimmelprobleme? -> Schimmel vorbeugen und beseitigen

Die ersten Pflänzchen sprießen

Nach wenigen Tagen sehe ich die ersten grünen Blätter aus der Erde herausschauen. Ein super Gefühl! Endlich wächst was! Das Substrat halte ich leicht feucht, vermeide Staunässe und schaue den Pflanzen beim Wachsen zu. In manchen Jiffy Töpfchen habe ich vorsichtshalber 2-3 Samen gelegt. Sollten nun mehrere Pflänzchen pro Substratballen zu sehen sein, kannst du entscheiden, ob du diese frühzeitig teilst, oder nicht. Wachsen sie ein paar Wochen nebeneinander wirst du später Probleme beim Pikieren bekommen. Ich hatte glücklicherweise mehr als genug Samen angepflanzt und habe mich deshalb entschieden, die schwächeren der doppelten Pflänzchen zu eliminieren.

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Schnell haben die Pflänzchen eine Größe erreicht, dass ich die ersten umtopfen muss. Spätestens jetzt muss ausreichend Platz vorhanden sein. Die Pflanzen sind zu klein, um die in die pralle Sonne zu stellen und auch zu empfindlich, um die bei kühlen Temperaturen rauszustellen. Die ersten Pflanzen bekommen ihr eigenes Zuhause. Ich habe mich für Tontöpfe entschieden, da sie mir deutlich besser gefallen als Plastiktöpfe. Bei vielen Pflanzen kann das jedoch richtig ins Geld gehen…

Wichtig war mir auch, dass die Töpfe eine Öffnung am Boden haben, sodass überschüssiges Wasser gut ablaufen kann.

Nach wenigen Wochen ist die halbe Wohnung voll mit Pflanzen. Jeder Fensterplatz ist belegt und an manchen Stellen sogar zweireihig. Bei meiner ersten Zucht habe ich unterschätzt, wie viel Platz diese Pflanzen wegnehmen. Ich bin froh, wenn ich sie nach draußen verlagern kann.

Umtopfen

Umtopfen der jungen Chili Pflanzen

Beim Umtopfen darauf achten, dass die Wurzeln nicht beschädigt werden. Da ich die Jiffy Töpfen benutzt habe, geht mir das leichter von der Hand. Ich entferne das Vlies außenrum und habe die Wurzeln samt Erde in der Hand. Ein kompakter Knollen. Den Topf fülle ich bis obenhin mit Erde, drücke diese leicht fest und mache eine 5cm tiefe Vertiefung in die Mitte. Dort setze ich den Setzling ein, drücke ihn leicht fest und bedecke ihn mit Erde. Bei der Wahl der passenden Erde ist Tomatenerde zu empfehlen, da Tomatenpflanzen und Chilipflanzen ähnliche Nährstoffe brauchen. Nach dem Umtopfen ausgiebig wässern. Spätestens jetzt merkt derjenige, der Chilis anbaut, wie viel Platz dafür notwendig ist.
Info: Das Vlies um die Jiffy Torfquelltöpfchen musst du nicht entfernen. Dieses löst sich von ganz alleine auf. Ich mache das einfach, weil es schöner aussieht, wenn nach dem Eintopfen kein Vlies um die Pflanze zu erkennen ist.

Bei mir ist es oft vorgekommen, dass die Pflanzen nach dem Umtopfen ihre Blätter haben hängen lassen. Dann keine Panik. Die Pflanzen regenerieren sich schnell. Bereits nach weniger Stunden haben sie ihre alte Stärke zurück. Sollten sie weiterhin ihre Blätter hängen lassen, prüft folgendes:

  • Habt ihr Wurzeln beschädigt?
  • Ist die Erde zu feucht (Staunässe) ?
  • Ist die Sonne zu stark? Gerade sehr junge Pflanzen haben bei starker Sonneneinstrahlung oft Probleme. 

Mittlerweile sind die Chilis größer geworden. Auch wenn sie sich unterschiedlich schnell entwickeln, bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. In dem folgenden Bild könnt ihr die Chilis in 5 verschiedenen Größen sehen. Vom Jiffy Töpfchen bis hin zum 10cm Topf.

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Blüten - Hurra! -> Bestäuben.

Wie ein stolzer Papa hab ich gegrinst, als die ersten Blüten zu sehen waren. Mit ihrem hellen weiß haben sie sich gut von den saftig grünen Blättern abgezeichnet. Nun geht’s ans Bestäuben oder ans Bestäuben lassen. Die Entscheidung liegt bei dir. Wenn du deine Chilipflanzen ins Freie stellst, werden Bienen und Wind dafür sorgen, dass deine Pflanzen bestäubt werden. Lässt du deine Pflanzen während der Blüte in der Wohnung oder in einem Gewächshaus, musst du hierbei oft nachhelfen.

Vorsichtig gehe ich mit einem feinen Pinsel in die von Blüte zu Blüte und fahre sanft an den Stempeln vorbei. Bei so viel Blüten eine mühselige Arbeit. Hoffentlich zahlt sich das Biene-spielen aus!

Chili Sortenrein halten / Mehrere Chiliarten anpflanzen