Jalapeño: Schärfe, Anbau und der Erntezeitpunkt

Die Jalapeño liegt bei 2.500 bis 8.000 Scoville, wird 5 bis 9 cm lang und ist die Sorte, mit der ich Einsteigern zum Anfangen rate. Sie keimt in 7 bis 12 Tagen, verzeiht Gießfehler und setzt auch in einem mäßigen Sommer zuverlässig Schoten an.

Die häufigste Frage ist die nach dem Erntezeitpunkt. Jalapeños werden meist grün geerntet, also unreif. Rot ausgereift werden sie süßer und etwas schärfer, dafür sinkt der Gesamtertrag deutlich, weil die Pflanze weniger neue Früchte ansetzt. Beim ersten Anbau lohnt es sich, rund 70 Prozent grün und den Rest rot zu ernten, um den Unterschied selbst zu schmecken.

Zeitstrahl der Jalapeno-Reife mit Größe, Corking, Farbumschlag sowie Schärfe und Ertrag je Erntezeitpunkt
Von der Blüte bis zur roten Schote vergehen rund neun Wochen. Der Erntezeitpunkt entscheidet über Geschmack und Menge.

Alle Informationen auf einen Blick

CHILI-LEXIKON

56 Sorten nach Schärfegrad: Sorte antippen für den Steckbrief.

Mild (0 bis 999 SHU)

  • Gemüsepaprika (0 SHU, Capsicum annuum)
  • Habanada (0 bis 100 SHU, Capsicum chinense)
  • Shishito (50 bis 200 SHU, Capsicum annuum)
  • Fushimi (0 bis 500 SHU, Capsicum annuum)
  • Banana Pepper (0 bis 500 SHU, Capsicum annuum)
  • Friggitello (100 bis 500 SHU, Capsicum annuum)

Pikant (1.000 bis 9.999 SHU)

  • Padrón (500 bis 2.500 SHU, Capsicum annuum)
  • Anaheim (500 bis 2.500 SHU, Capsicum annuum)
  • Poblano (1.000 bis 2.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Cascabel (1.000 bis 3.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Piment d’Espelette (3.000 bis 4.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Mirasol (Guajillo) (2.500 bis 5.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Jalapeño (2.500 bis 8.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Fresno (2.500 bis 10.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Ají Fantasy (5.000 bis 10.000 SHU, Capsicum baccatum)
  • Ungarische Wachspaprika (5.000 bis 10.000 SHU, Capsicum annuum)

Mittelscharf (10.000 bis 99.999 SHU)

  • Serrano (10.000 bis 23.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Peter Pepper (5.000 bis 30.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Bishop’s Crown (5.000 bis 30.000 SHU, Capsicum baccatum)
  • Peperoncino Calabrese (15.000 bis 30.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Chile de Árbol (15.000 bis 30.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Lemon Drop (15.000 bis 30.000 SHU, Capsicum baccatum)
  • Ají Cristal (15.000 bis 30.000 SHU, Capsicum baccatum)
  • Cayenne (30.000 bis 50.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Tabasco (30.000 bis 50.000 SHU, Capsicum frutescens)
  • Ají Charapita (30.000 bis 50.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Ají Amarillo (30.000 bis 50.000 SHU, Capsicum baccatum)
  • Pequin (30.000 bis 60.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Rocoto (30.000 bis 100.000 SHU, Capsicum pubescens)
  • Manzano (30.000 bis 100.000 SHU, Capsicum pubescens)
  • Chiltepin (Tepin) (50.000 bis 100.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Bird’s Eye (50.000 bis 100.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Kanthari (50.000 bis 100.000 SHU, Capsicum frutescens)
  • Sugar Rush Peach (50.000 bis 100.000 SHU, Capsicum baccatum)
  • Malagueta (60.000 bis 100.000 SHU, Capsicum frutescens)

Sehr scharf (100.000 bis 999.999 SHU)

  • Piri Piri (50.000 bis 175.000 SHU, Capsicum frutescens)
  • Datil (100.000 bis 300.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Devil’s Tongue (125.000 bis 325.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Scotch Bonnet (100.000 bis 350.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Orange Habanero (100.000 bis 350.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Madame Jeanette (125.000 bis 325.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Fatalii (125.000 bis 400.000 SHU, Capsicum chinense)
  • White Habanero (200.000 bis 350.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Chocolate Habanero (200.000 bis 450.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Red Savina Habanero (248.556 bis 577.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Bhut Jolokia (Ghost Pepper) (800.000 bis 1.001.304 SHU, Capsicum chinense)

Extrem (ab 1 Mio. SHU)

  • Naga Morich (900.000 bis 1.100.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Dorset Naga (900.000 bis 1.200.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Trinidad Scorpion Butch T (1.200.000 bis 1.463.700 SHU, Capsicum chinense)
  • 7 Pot Douglah (900.000 bis 1.850.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Naga Viper (1.382.118 SHU, Capsicum chinense)
  • Trinidad Moruga Scorpion (1.207.764 bis 2.000.000 SHU, Capsicum chinense)
  • 7 Pot Primo (1.469.000 bis 1.790.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Komodo Dragon (1.400.000 bis 2.200.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Carolina Reaper (1.400.000 bis 2.200.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Pepper X (2.693.000 SHU, Capsicum chinense)

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Steckbrief

ArtCapsicum annuum
Schärfe2.500 bis 8.000 SHU
HerkunftXalapa, Bundesstaat Veracruz, Mexiko
Fruchtgröße5 bis 9 cm, dickwandig, stumpfe Spitze
Farbe reifRot; meist grün geerntet
Keimdauer7 bis 12 Tage bei 24 bis 26 °C
AussaatMitte Februar bis Mitte März
Reifezeit70 bis 80 Tage ab Auspflanzen (grün)
Wuchshöhe60 bis 80 cm
Topfvolumen10 bis 15 l
ErtragSehr hoch, 30 bis 60 Schoten je Pflanze

Meine Jalapeño-Saison auf dem alten Südbalkon

Die Zahlen im Steckbrief sind Spannen aus mehreren Jahren. Konkreter wird es mit einer einzelnen Saison, die ich mit Fotos festgehalten habe. Damals stand alles auf einem Südbalkon im dritten Stock, vor einer Glasfront, die die Sonne zurückwirft. Wärmer geht es in Deutschland ohne Folientunnel kaum.

Zeitstrahl einer Jalapeño-Saison auf dem Südbalkon: Aussaat 15. März, Keimung nach 9 Tagen, erste grüne Schote nach 133 Tagen, 38 Schoten an der besten Pflanze
Diese Saison in Zahlen. Von der Aussaat bis zur ersten grünen Schote vergingen 133 Tage, bis zur ersten roten 173.

Gesät habe ich am 15. März in Quelltöpfen, später als sonst. Die beiden Jalapeño-Samen waren nach neun Tagen oben, am 24. März, beide innerhalb von zwei Tagen. Am 12. April kamen sie aus dem Quelltopf in den ersten Tontopf, ab dem 18. April stundenweise auf den Balkon und ab dem 14. Mai dauerhaft.

Ein Quelltopf mit Chili-Sämling wird auf dem Balkon in einen Tontopf gesetzt, dahinter weitere Töpfe und der Blick über den Ort
12. April: Der Quelltopf kommt mitsamt Vlies in den ersten Tontopf. Die Wurzeln wachsen durch, das Vlies bleibt dran.

Die erste Blüte ging am 22. Juni auf. Die erste grüne Schote war am 26. Juli erntereif, 73 Tage nach dem Auspflanzen und damit im Bereich, den auch der Saatguthandel angibt. Die erste rote Schote habe ich am 4. September abgenommen. Am Ende hingen 38 Schoten an der besseren Pflanze, davon 32 grün geerntet und 6 rot ausgereift, und 26 an der zweiten. Die Schoten waren 6 bis 8 cm lang.

Zwei Dinge haben die Saison geprägt. Das erste war das Gewöhnen an die Sonne. Die Glasfront verdoppelt das Licht, und ich musste die Pflanzen über zwei Wochen jeden Tag etwas länger draußen lassen. Zweimal habe ich es zu schnell gemacht, und die oberen Blätter bekamen helle, papierdünne Flecken. Die Pflanzen haben sich innerhalb von zwei Wochen erholt und neue Blätter geschoben. Das zweite war das Wasser. Ein 12-Liter-Tontopf in praller Sonne ist im Juli abends leer, auch wenn er morgens durchnässt war. Ich habe im Hochsommer täglich gegossen, an den heißesten Tagen morgens und abends.

Schädlinge waren auf dem Balkon kein Thema. In der Höhe, mit Wind und ohne Nachbarpflanzen, blieb die Jalapeño die ganze Saison sauber. Die Läuse kamen erst im Herbst, und sie kamen an die Habaneros, die ich zum Nachreifen ins Haus geholt hatte.

Geschmack aus meiner Küche

Grün geerntet schmeckt die Jalapeño grasig und ein wenig nach grüner Paprika, mit einer Schärfe, die vorne auf der Zunge ankommt und nach einer Minute weg ist. Das ist der Grund, warum sie roh funktioniert: in Ringen auf dem Käsebrot, gehackt in der Guacamole, in Scheiben auf der Pizza. Rot ausgereift wird sie süßer, fast ein wenig tomatig, und die Schärfe hält länger an. Geräuchert und getrocknet kommt die Chipotle-Note dazu, rauchig und dunkel.

Verglichen mit der Cayenne hat die Jalapeño mehr Eigengeschmack und weniger Schärfe. Verglichen mit der Habanero fehlt ihr das Fruchtige, dafür kann man sie in Mengen essen, die bei einer Habanero undenkbar sind.

Herkunft und Name

Der Name kommt von Xalapa, der Hauptstadt des mexikanischen Bundesstaates Veracruz. Dort lag das historische Handelszentrum für diese Sorte. Geschrieben wird sie mit ñ, gesprochen „Chalapenjo“.

In Mexiko läuft dieselbe Schote unter mehreren Namen, was beim Einkauf und beim Saatgutkauf für Verwirrung sorgt:

CuaresmeñoGebräuchlicher Name in Zentralmexiko, dieselbe Sorte
HuachinangoDie größere, rot ausgereifte Jalapeño
Chile Gordo„Dicke Chili“, wegen der kräftigen Fruchtwand
ChipotleDie rot geerntete und geräucherte Jalapeño
MoritaKürzer geräucherter Chipotle, bleibt weicher und fruchtiger

Chipotle und Morita sind keine eigenen Sorten. Es ist dieselbe Pflanze, nur anders verarbeitet. Das ist bei mexikanischen Chilis die Regel: Der Name wechselt mit dem Zustand, die Genetik bleibt dieselbe. Bei Poblano und Ancho ist es genauso.

Grün oder rot ernten

Beides ist richtig, es hängt davon ab, was du willst. Die Entscheidung fällt etwa drei Wochen vor der Ernte, wenn die Schote ihre endgültige Größe erreicht hat.

Grün geerntetRot ausgereift
GeschmackFrisch, grasig, leicht herbSüßlicher, runder, fruchtig
SchärfeEtwas geringerSortentypisches Maximum
FruchtwandKnackig, festWeicher
VerwendungEinlegen, füllen, Salsa, rohChipotle, Hot Sauce, Trocknen
ErntezeitEnde Juli bis SeptemberSeptember bis Oktober
GesamtertragHöher, die Pflanze setzt weiter anDeutlich geringer

Der Ertragsunterschied wird unterschätzt. Eine rot ausreifende Schote bindet die Pflanze über Wochen und bremst den Neuansatz. Wer laufend grün erntet, hat am Saisonende deutlich mehr in der Kiste. Für den Vorrat an eingelegten Ringen ernte ich deshalb fast alles grün und lasse ab Mitte August nur ein paar Schoten für Chipotle hängen.

Die Risse in der Schale

Ab einem gewissen Punkt bekommen Jalapeños feine helle Linien auf der Schale, die aussehen wie Dehnungsstreifen. Das nennt sich Corking und ist kein Schaden. Die Schale reißt beim Wachstum minimal ein und vernarbt, weil das Fruchtfleisch schneller zulegt als die Haut.

Interessant ist, wie unterschiedlich das bewertet wird. In Mexiko gilt Corking als Qualitätsmerkmal, weil es für eine ausgereifte, aromatische Schote steht. Eine Kaufpräferenz-Studie aus Mexiko zeigt, dass Käufer dort gezielt danach greifen. Im US-Handel gilt dasselbe Merkmal als Makel, und Ware mit deutlichem Corking wandert eher in die Konserve.

Für den eigenen Anbau ist das ein brauchbares Signal: Wenn die ersten Linien auftauchen, hat die Schote ihr Aroma entwickelt und kann grün geerntet werden. Auf Schärfe oder Geschmack hat das Corking selbst keinen Einfluss.

Sorten

„Jalapeño“ steht für eine Gruppe von Sorten, die sich in Größe, Farbe und Schärfe unterscheiden. Wer im Handel eine Tüte ohne Sortenname kauft, bekommt meist eine Standard-Jalapeño im mittleren Bereich.

SorteMerkmalSchärfe
Early JalapeñoReift 2 Wochen früher, gut für kurze Sommer2.500 bis 5.000 SHU
Jalapeño MDer verbreitete Standard im Saatguthandel2.500 bis 8.000 SHU
Jalapeño Jumbo / GoliathDeutlich größere Schoten, gut zum Füllen2.500 bis 5.000 SHU
JaloroGelb statt grün, 1992 in Texas gezüchtet2.500 bis 8.000 SHU
NuMex PiñataReift über Gelb und Orange nach Rot1.000 bis 5.000 SHU
Purple JalapeñoViolett bis fast schwarz, dann rot2.500 bis 8.000 SHU

Nicht zur Gruppe gehört die Fresno, obwohl sie im Supermarkt oft daneben liegt und ähnlich aussieht. Sie ist dünnwandiger, reift schneller und wird meist rot verkauft. Zum Füllen taugt sie nicht.

Jalapeño, Peperoni und Paprika

Im deutschen Handel werden die drei Begriffe durcheinandergeworfen, und das liegt an der Sprache. Alle drei gehören zur selben Art Capsicum annuum. Botanisch gibt es zwischen ihnen keine Trennlinie, nur unterschiedliche Sorten derselben Art.

  • Paprika bezeichnet hierzulande die milden, dickwandigen Sorten ohne Schärfe.
  • Peperoni ist in Deutschland der Sammelbegriff für längliche, meist mild bis mittelscharfe Schoten, oft eingelegt verkauft. In Italien heißt peperoni dagegen schlicht Paprika, in den USA steht pepperoni für eine Salami.
  • Jalapeño ist eine konkrete, benannte Sortengruppe mit definierten Merkmalen.

Praktisch heißt das: Eine als „Peperoni“ verkaufte Schote kann alles zwischen 0 und 30.000 Scoville haben, während bei einer Jalapeño der Bereich bekannt ist. Wer eine bestimmte Schärfe braucht, kauft nach Sortenname. Wie die Arten botanisch zusammenhängen, steht unter Capsicum-Arten.

Anbau

Die Jalapeño ist unkompliziert. Sie braucht keinen Folientunnel, keine Heizmatte und verzeiht die Fehler, die im ersten Jahr passieren.

  • Aussaat: Mitte Februar bis Mitte März. Details unter Chili aussäen.
  • Keimung: 7 bis 12 Tage bei 24 bis 26 °C. Deutlich schneller als bei den chinense-Sorten.
  • Pikieren: 3 bis 4 Wochen nach dem Keimen, beim ersten echten Blattpaar.
  • Auspflanzen: Mitte Mai nach den Eisheiligen, nach 10 bis 14 Tagen Abhärten.
  • Topf: 10 bis 15 Liter reichen. Siehe Topfgröße.
  • Standort: Vollsonnig. Balkon, Garten oder Terrasse, ein geschützter Südplatz ist ideal.
  • Gießen: Regelmäßig, im Hochsommer im Topf täglich. Staunässe vermeiden.
  • Düngen: Ab Fruchtansatz wöchentlich kaliumbetont. Siehe Chilipflanzen düngen.
Panorama eines Südbalkons mit vielen Chilipflanzen in Tontöpfen vor einer sonnenbeschienenen Glasfront
Der Südbalkon im Hochsommer. Vor der Glasfront wird es an Sommertagen deutlich wärmer als im Garten, und genau das mögen Chilis.

Ein Punkt, an dem viele im ersten Jahr scheitern: Die Pflanze wird groß und schwer, kippt aber um, sobald zwanzig Schoten dranhängen und Wind aufkommt. Ein Stab ab Juli kostet nichts und rettet die Ernte. Die passende Substratmischung steht unter Chili-Erde selbst mischen.

Ernte und Ertrag

Erste grüne Schoten gibt es ab Ende Juli, die Haupternte läuft von August bis Oktober. Reif für die grüne Ernte ist eine Jalapeño, wenn sie ihre volle Größe hat, die Schale glänzt und sich fest anfühlt. Die ersten Corking-Linien sind ein guter Zeitpunkt.

30 bis 60 Schoten je Pflanze sind in einem normalen Sommer realistisch, bei guter Pflege im 15-Liter-Topf auch mehr. Wichtig ist laufendes Ernten: Jede abgenommene Schote ist ein Signal für die Pflanze, neue Blüten anzusetzen. Wer die erste Fuhre hängen lässt, bis sie rot ist, halbiert die Saisonmenge. Mehr unter Chilis ernten.

Zwei Pflanzen decken bei uns den Jahresbedarf an eingelegten Ringen. Wer zusätzlich Chipotle räuchern will, braucht eine dritte, weil dafür rote Schoten nötig sind und die den Ertrag drücken.

Verwenden

Die dicke Fruchtwand entscheidet, wofür die Jalapeño taugt. Sie hält Hitze und Flüssigkeit aus, ohne zu zerfallen, und genau das können die dünnwandigen Sorten nicht.

  • Einlegen: In Ringen, grün. Bleibt wochenlang knackig. Anleitung unter Chilis einlegen.
  • Füllen: Halbieren, entkernen, füllen, backen. Die Sorte, für die das gemacht ist.
  • Räuchern: Rote Schoten werden zu Chipotle. Kalt geräuchert und getrocknet, das dauert Stunden, lohnt sich aber.
  • Salsa: Grün und roh, fein gehackt.
  • Trocknen: Nur halbiert und im Dörrautomaten. Ganz an der Luft schimmelt sie eher, als dass sie trocknet. Siehe Chilis trocknen.
  • Einfrieren: Ganz und ungeblanchiert. Die einfachste Methode für Überschuss.

Schärfe steuern

Das Capsaicin sitzt zum größten Teil in der weißen Scheidewand, an der die Kerne hängen. Die Kerne selbst sind kaum scharf und nehmen die Schärfe nur über den Kontakt auf. Wer die Scheidewand herausschneidet, nimmt den Großteil der Schärfe mit und behält den Geschmack. Bei der Jalapeño funktioniert das gut, weil die Scheidewand kräftig genug ist, um sie sauber herauszulösen.

In die andere Richtung geht es über die Kulturbedingungen. Trockenstress und viel Sonne erhöhen den Capsaicingehalt messbar, kühle und nasse Sommer senken ihn. Deshalb schwankt die Schärfe zwischen zwei Jahren stärker als zwischen zwei Sorten. Auch innerhalb einer Pflanze gibt es Unterschiede: Schoten von der Sonnenseite werden regelmäßig schärfer als die im Inneren des Busches. Vor dem Verarbeiten lohnt es sich deshalb, eine Schote zu probieren. Wie sich Schärfe im Mund wieder abbauen lässt, steht unter Schärfe mildern.

Was bei Jalapeño schiefgeht

BeobachtungUrsacheWas hilft
Schoten bleiben kleinZu kleiner Topf oder zu wenig Nährstoffe bei hohem Ansatz15 Liter, ab Fruchtansatz wöchentlich düngen
Pflanze kippt umKein Stab, schwere FruchtlastAb Juli stäben
Kaum SchärfeKühler, nasser Sommer oder milde ZuchtsorteSonniger stellen, sparsamer gießen, Sorte prüfen
Helle Linien auf der SchaleCorking, ein normales WachstumsmerkmalNichts. Guter Zeitpunkt für die grüne Ernte
Blüten fallen abÜber 32 °C oder TrockenstressGleichmäßig gießen, mittags schattieren. Mehr unter Blüten fallen ab
Weiche, eingesunkene StellenSonnenbrand nach plötzlichem StandortwechselVor dem Auspflanzen 10 bis 14 Tage abhärten
Viele Blätter, wenig FrüchteZu viel StickstoffAuf Tomatendünger umstellen
Helle, papierdünne Flecken auf den oberen BlätternSonnenbrand, der Umzug in die pralle Sonne ging zu schnellZwei Wochen stundenweise gewöhnen. Die Pflanze erholt sich und schiebt neue Blätter
Topf morgens nass, abends trockenTontopf in voller Sonne verdunstet über die WandIm Hochsommer täglich gießen oder Kunststofftopf mit Übertopf

Lohnt sich die Sorte?

Für den Einstieg gibt es kaum etwas Besseres. Sie keimt schnell, wächst zügig, setzt reichlich Schoten an und liefert auch dann eine Ernte, wenn im Sommer wenig zusammenpasst. Wer im ersten Jahr eine Jalapeño hinbekommt, hat die Grundlagen verstanden und kann im zweiten Jahr eine Habanero danebenstellen.

Der Einwand dagegen ist der Preis im Laden. Eingelegte Jalapeño-Ringe kosten wenig und sind überall zu bekommen. Wer nur Ringe für Nachos will, spart mit dem Eigenanbau kein Geld. Der Unterschied liegt bei den frischen Schoten: Eine frisch geschnittene grüne Jalapeño schmeckt deutlich anders als die aus dem Glas, und die bekommt man hier kaum in guter Qualität.

Der zweite Einwand ist ehrlicher: Wenn du wenig Platz hast und schon eine mittelscharfe annuum anbaust, etwa Serrano oder Cayenne, bringt die dritte Sorte im selben Schärfebereich wenig Abwechslung. Dann ist der Topf mit einer chinense oder einer Ají Amarillo besser belegt.

Verwandte Sorten: Serrano (schlanker und etwa dreimal so scharf) · Cayenne (die Sorte zum Trocknen, 30.000 bis 50.000 Scoville) · Poblano (milder, die Füllchili) · Habanero (der Schritt in die chinense-Klasse). Passende Anleitungen: Chilis einlegen · Chipotles selbst räuchern · Chili aussäen · Chilis auf dem Balkon.

Häufige Fragen

Wie scharf ist eine Jalapeño?

2.500 bis 8.000 Scoville. Das ist im mittleren Bereich: deutlich schärfer als eine Paprika, etwa ein Drittel so scharf wie eine Serrano und rund vierzigmal milder als eine Habanero.

Erntet man Jalapeños grün oder rot?

Meist grün, also unreif. Grün sind sie knackig und frisch im Geschmack, rot süßer und etwas schärfer. Grün laufend zu ernten bringt über die Saison deutlich mehr Schoten, weil die Pflanze weiter ansetzt.

Was bedeuten die weißen Linien auf der Jalapeño?

Das ist Corking. Die Schale reißt beim Wachstum fein ein und vernarbt. Es ist kein Schaden und verändert weder Schärfe noch Geschmack. In Mexiko gilt es als Qualitätsmerkmal und ist ein guter Hinweis darauf, dass die Schote grün erntereif ist.

Wann muss ich Jalapeño aussäen?

Mitte Februar bis Mitte März. Als Capsicum annuum keimt sie in 7 bis 12 Tagen und ist etwa 70 bis 80 Tage nach dem Auspflanzen grün erntereif.

Was ist der Unterschied zwischen Jalapeño und Chipotle?

Es ist dieselbe Schote. Ein Chipotle ist eine rot ausgereifte, geräucherte und getrocknete Jalapeño. Der Name wechselt mit der Verarbeitung, die Sorte bleibt dieselbe.

Wie viele Schoten bildet eine Jalapeño-Pflanze?

30 bis 60 Schoten in einer normalen Saison, im 15-Liter-Topf mit wöchentlicher Düngung auch mehr. Voraussetzung ist laufendes Ernten, sonst stellt die Pflanze den Neuansatz ein.

Warum sind meine Jalapeños nicht scharf?

Kühle, nasse Sommer senken den Capsaicingehalt spürbar. Dazu kommen milde Zuchtsorten, die gezielt auf wenig Schärfe selektiert wurden. Ein sonnigerer Platz und sparsameres Gießen helfen, den Rest macht die Sortenwahl.

Braucht die Jalapeño ein Gewächshaus?

Nein. Ein vollsonniger, geschützter Platz im Freiland oder auf dem Balkon reicht. Sie gehört zu den Sorten, die in deutschen Sommern zuverlässig ausreifen.

Wächst die Jalapeño auf dem Balkon?

Ja. Auf meinem Südbalkon hat sie in 12-Liter-Tontöpfen 38 Schoten an der besten Pflanze gebracht. Der Preis ist das Gießen: In praller Sonne ist ein Tontopf im Juli abends leer. Ein Kunststofftopf oder ein Übertopf halten das Wasser länger.

Weiterlesen: Chilisorten im Überblick · Chili anbauen · Scoville-Skala

2 Kommentare zu „Jalapeño: Schärfe, Anbau und der Erntezeitpunkt“

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